Hl. Elisabeth von Thüringen

Patronin der Schule St. Elisabeth


Erszébet, so Elisabeths ungarischer Name, wurde wahrscheinlich am 7. Juli 1207 in Ungarn geboren. Ihre Eltern, König Andreas II von Ungarn und Gertrud von Meranien-Andechs benannten sie nach Elisabet - der Mutter Johannes' des Täufers. Elisabeth hatte eine Schwester und drei Brüder, doch die Kindheit in ihrer Familie dauerte nur sehr kurz. Aus politischen Gründen wurde die ungarische Königstochter schon mit vier Jahren mit Hermann, dem ältesten Sohn des thüringischen Landgrafen Hermann I. von Thüringen verlobt und zur Erziehung nach Thüringen geschickt. Dort wuchs Elisabeth in einer der vornehmsten und einflussreichsten Fürstenfamilien des deutschen Reiches auf. Elisabeths Verlobter starb, als Elisabeth neun Jahre alt war, so wurde sie mit dessen Bruder Ludwig verlobt. Ein Jahr später starb auch ihr zukünftiger Schwiegervater Hermann I. von Thüringen und Ludwig wurde Landgraf von Thüringen. Als Elisabeth vierzehn Jahre alt war wurde Hochzeit gefeiert. Der sechs Jahre ältere Ludwig führte wie sein Vater ein durch ungerechte Steuern finanziertes, luxuriöses Leben und setzte die skrupellose Machtpolitik des Vaters fort. Doch in einem unterschied sich Ludwig IV. von seinem Vater: Seine Liebe zu Elisabeth war so groß, dass er sie als das Liebste, das er hatte, bezeichnete und die Treue zu ihr wahrte. Er unterstütze sogar Elisabeth in ihrer Nächstenliebe zu den Armen und Kranken, obwohl dies von der Familie gar nicht gerne gesehen war. Gemeinsam stifteten sie ein Hospital in Gotha, das bis ins 19. Jahrhundert existierte. Elisabeth gebar drei Kinder: Hermann, Sophie und Gertrud. Noch vor der Geburt Gertruds starb jedoch Ludwig. Er war dem Deutschen Orden beigetreten und hatte am fünften Kreuzzug teilgenommen. Doch seine Reise endete sehr bald. Er erkrankte an einer Seuche und starb kurz darauf in Italien. Ob Elisabeth nach dem Tod ihres Mannes von der Wartburg vertrieben wurde oder ob sie freiwillig ging, ist nicht klar. Elisabeth, die schon seit ihrer Kindheit das prunkvolle Leben auf der Burg ablehnte, wollte nun nach dem Vorbild des heiligen Franziskus leben. Bereits 1223 hatte Elisabeth durch den franziskanischen Laienbruder Rodeger von den Idealen des Heiligen Franz von Assisi (1181/82 - 1226) gehört, der Armut, Gehorsam und Keuschheit lebte. Elisabeth zog nach Marburg, wo sie ein Hospital gründete, das sie nach Franziskus benannte und in dem sie selbst als ärmliche Schwester viele Kranke pflegte. Drei Jahre später wurde Elisabeth schwer krank und starb mit nur 24 Jahren am 17. November 1231. Bereits vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie von Papst Gregor IX. zu Pfingsten 1235 heilig gesprochen.

Elisabeth als Ehefrau und Mutter

Trotz der arrangierten Ehe liebten sich Elisabeth und Ludwig zärtlich. Zu seinem Höfling Walther von Vargila soll Ludwig gesagt haben: "Siehst du den großen Berg da vor uns? Wäre er rotes Gold und mein Eigen, so wollte ich lieber auf ihn verzichten als auf meine liebe Elisabeth. Auf diesem Erdreich habe ich nichts Lieberes." Auch Elisabeths Liebe zu ihrem Mann war so groß, dass sie es nicht ertrug, lange von ihm getrennt zu sein. Soweit es möglich war, begleitete sie ihn auf seinen Reisen zu Pferd. Konnte sie ihn nicht begleiten, trug sie Trauerkleider, als sei sie Witwe geworden. Bei den Mahlzeiten pflegte Elisabeth entgegen den Konventionen ihrer Zeit neben ihrem Mann zu sitzen. Der frühe Tod Ludwigs erschütterte Elisabeth zutiefst. Bei seinem Tod soll Elisabeth gesagt haben: "Mit ihm ist mir die Welt gestorben." Schon sehr früh lernte Elisabeth loslassen können und Abschied nehmen. Als Kind musste Elisabeth ihre Familie verlassen, nach nur wenigen Jahren glücklicher Ehe verlor sie ihren Mann. Elisabeth nahm Abschied von dem prunkvollen Leben auf der Burg um Christus ganz nachfolgen zu können. So musste sie auch ihre Kinder sehr früh loslassen. Von Elisabeth heißt es: "Da Elisabeth von den Untertanen ihres Gatten ohne jeden Grund Verfolgung erduldete und, ihrer Güter beraubt, Not litt, sandte sie ihre Kinder nach verschiedenen fernen Orten, um sie dort aufziehen zu lassen." Elisabeths geistlicher Begleiter, Konrad von Marburg wollte "die Heilige zu einer Heiligen machen". Ihm hatte Elisabeth absoluten Gehorsam gelobt. Noch bevor Ludwig starb, hatte sie geschworen, falls er sterben sollte, auf eine erneute Heirat zu verzichten und keusch zu leben. Dieser streng asketische Mann forderte sehr viel von Elisabeth. Unter anderem war es wahrscheinlich auch er, der die Trennung von ihren Kindern veranlasste. Dass sie sich von ihren Kindern trennte und sie Anderen anvertraute, ist für uns kaum zu verstehen. Es muss für Elisabeth jedoch keine leichte Entscheidung gewesen sein. Sie wollte für Gott alles hergeben und ihm nachfolgen. "Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein." (Lk 14, 26-27) In gewisser Weise muss jede Mutter ihre Kinder loslassen können, um sie die eigene Berufung und den eigenen Weg gehen zu lassen.

"Wir müssen die Menschen froh machen"

"Wir müssen die Menschen froh machen". Dieser Satz prägte Elisabeths Handeln. Sie war von innere Heiterkeit und tiefster Nächstenliebe erfüllt. Ihre Zuwendung zu den Armen war keine "standesgemäße" karitative Tätigkeit, die in adeligen Häusern Sitte war. Elisabeth gab ihr Leben für die Armen. Sie lebte wie die Armen und mit den Armen. Mutter Teresa sagte einmal: "Wir können die Armen nur dann verstehen, wenn wir nicht nur etwas für sie tun, sondern auch leben wie sie." Schon als Kind war Elisabeth auf Gott ausgerichtet. So wird berichtet, dass sie ihre Krone in der Kapelle herunter nahm. "Wie kann ich eine goldene Krone tragen, wenn der Herr eine Dornenkrone trägt?" Elisabeth wollte wie Christus arm sein. Sie vermied bei ihrer Kleidung unnötigen Prunk. Bei Bittprozessionen trug sie einfache Wollkleider und ging mit bloßen Füßen. Sie ging nicht in ihrer standesgemäßen Gruppe mit, sondern bei den Ärmsten. Im Hospital verrichtete Elisabeth die niedrigsten Dienste und niemand durfte sie "Herrin" nennen. Elisabeth erfüllte das, was Jesus den Jüngern beim letzten Abendmahl sagte, als er ihnen die Füße wusch. "Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat." (Joh 13,15) In ihrer großen Nächstenliebe diente Elisabeth dem Herrn. Sie sah in jedem Menschen Christus. Der Legende nach soll Elisabeth einmal einen Aussätzigen in ihrem Ehebett gepflegt haben. Als Ludwig ins Zimmer kam, sah er statt des Aussätzigen den Gekreuzigten im Bett liegen. "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40), sagt Christus. "[...] ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; [...] (Mt 25,35-36). All dies tat Elisabeth mit großer Freude. Sie lebte ganz nach dem Evangelium. Ihre Sehnsucht war, Christus und die Menschen froh zu machen und dafür scheute sie keine Mühe.

Quellen:

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Elisabeth_von_Thueringen.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Thüringen
BADER, Wolfgang: Die Menschen froh machen. Vier Wochen mit Elisabeth von Thüringen. Verlag Neue Stadt. 2007
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